Im Interview beim StartupValley durften wir über die Gründung der Brillette erzählen

Das Interview gibt's auch hier.

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz unseren Lesern vor! 

„Wohin mit der Sonnenbrille, wenn man sie gerade nicht auf der Nase trägt?!“ – das Problem kennen wir nur zu gut. Lisa hat schon zig Sonnenbrillen in Cafés, auf der Arbeit oder in Umkleidekabinen vergessen. Yamuna trug ihre meistens auf dem Kopf und hat so schon ihre Sonnenbrille im Meer verloren – auf Nimmerwiedersehen! Kein Wunder also, dass wir beide Feuer und Flamme waren, als wir bemerkt haben, das Brillenketten wieder Trend werden. „Müssen wir haben!“, dachten wir, fanden auf dem Markt jedoch keine, die wir schön fanden, die qualitativ hochwertig, geschweige denn nachhaltig war. Also haben wir uns dieser Aufgabe angenommen und die Brillette, unsere neue Interpretation der Brill(enk)ette, entwickelt.

Wir möchten einen kleinen Teil dazu beitragen, die Welt mit natürlichem, nachhaltigem und fairem Schmuck zu einem schöneren Ort zu machen. Dabei unterstützen wir kleine Produktionen in Drittländer, die wir auf unseren Reisen persönlich vor Ort auswählen. Mit deiner Brillette ermöglichen wir Frauen in Bali ihren eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren und geben ihnen ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit, indem sie deine Brillette in liebevoller Handarbeit unter besten Arbeitsbedingungen für dich anfertigen.

Zu uns: wir sind 29 und 30 Jahre alt, sind seit der Schulzeit gute Freundinnen und machen hauptberuflich beide etwas ganz anderes: Lisa ist Lehrerin an einer Montessori-Schule und liebt ihren Job. Yamuna ist Betriebswirtin und arbeitet in einer Online-Steuerkanzlei. Dieser Job ermöglicht ihr als digitale Nomadin ihren Traum vom Arbeiten und Reisen zu leben. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Für uns beide ist die Brillette ein Projekt, auf das wir große Lust hatten. So wie andere Menschen in ihrer Freizeit gerne Kegeln, erschaffen wir gerne Dinge. Wir beide beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung, sodass der Gründung eines eigenen Unternehmens nichts entgegensteht.

Was war bei der Gründung von Brillette die größte Herausforderung?

Definitiv ist die Kommunikation mit unserer Produktion in Bali die größte Herausforderung. Wenn deutsche Werte wie Disziplin und Pünktlichkeit auf asiatische Werte wie Gelassenheit und „Aufschieberitis“ treffen, kann es schonmal zu Missverständnissen kommen. Daher konnten Deadlines zur Fertigstellung und Lieferung anfangs nicht eingehalten werden. Auch die Sprachbarriere macht es manchmal schwer mit der Designerin zu kommunizieren, da wir natürlich genaue Vorstellungen unserer Modelle haben. 

Trotz allem macht es Spaß mit dem Menschen in Bali zu arbeiten. Die Atmosphäre ist locker und freundschaftlich, was unserer Zusammenarbeit sehr gut tut.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Gute Frage! Klar kann man, denn „Done is better than perfect!" Man hört ja mittlerweile immer öfters, dass es wichtig ist, so früh wie möglich mit einem Produkt oder einer Idee „raus“ zu gehen und die potentiellen Kunden nach Feedback und Meinungen zu fragen. Und eben nicht zu lange im stillen Kämmerchen vor sich hin zu arbeiten und am Ende keinen Kunden für sich gewinnen zu können. 

Aber auch wir haben beide den „Drang“, alles möglichst perfekt zu machen – von der Webseite über den nächsten Instagram-Post, bis hin zu optimierten internen Prozessen…

Was uns ins Umsetzen gebracht hat, war am Ende der Zeitdruck. Yamuna ist nur selten in Deutschland. Wir hatten also genau einen Nachmittag für das „perfekte“ Instagram-Pitch-Video und viele weitere To Dos… Den Rest besprechen wir in unseren regelmäßigen Gesprächen. Und wir sind ständig im Prozess und lernen immer wieder neues dazu.  

Welche Vision steckt hinter Brillette ?

Die große Vision dahinter ist es Frauen in Drittländern auf ihrem Weg zur finanziellen Freiheit zu unterstützen. Die erste Produktion ist in Bali und es werden noch einige dazu kommen. 

Durch die Schmuckproduktion können sich die Frauen ein erstes eigenes finanzielles Standbein aufbauen. Wie wichtig es ist, finanziell unabhängig von einem Mann zu sein, haben uns unsere Mütter immer wieder klar gemacht.

Wer ist die Zielgruppe von Brillette ?

Ursprünglich dachten wir an Frauen, die großen Wert auf hervorragende Qualität, Nachhaltigkeit und Style legen. Wenn wir uns unsere Kunden nun genauer ansehen, haben wir auch einige Männer, die sich über die Brilletten freuen. Deswegen bringen wir bald auch noch mehr Unisex-Modelle raus.

Eine weitere Zielgruppe, an die wir gar nicht gedacht haben, sind Frauen ab 45. In diesem Alter tragen viele Frauen Lesebrillen und suchen nach einer schicken und praktischen Lösung, diese Lesebrille im Alltag einerseits stets griffbereit, andererseits sicher verstaut zu haben. Unsere Brillette ist ideal auch für Lesebrillen. Weil wir selbst nicht betroffen sind, haben wir an diese Zielgruppe zunächst nicht gedacht. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das ist definitiv zum einen die Story dahinter! Und zum anderen erfüllen wir alle drei Werte: Nachhaltigkeit, Qualität und Style.

Brillette , wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Trend hin oder her – die Brillette, wird die Marke für Brillenketten sein, die Qualität, Nachhaltigkeit und Style vereint. 

Langfristig können wir uns gut vorstellen unsere Brilletten-Familie nicht nur mit neuen Brilletten-Modellen, sondern mit anderem passenden Schmuck, z.B. Armbänder zu erweitern.

Ein weiterer Traum ist es, noch in mehreren Drittländern kleine Produktionen zu unterstützen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

  1. Einfach machen und drauf scheißen, was andere sagen und denken, immer! Habt keine Angst vor den Entscheidungen. Wenn ihr eine Sache schon länger in eurem Kopf habt, dann macht einfach! Am Ende bereut man das, was man nicht getan hat. Nicht das, was man getan hat. 
  2. Mit Freunden gründen – Oft hört man ja, dass man die Freundschaft aufs Spiel setzt, wenn man mit guten Freunden gründet. Wir können das Gegenteil bestätigen. Wir kennen uns gut und ergänzen uns perfekt.
  3. Positiv und optimistisch bleiben und seine große Vision immer vor Augen haben. Dabei aber auch Auszeiten für dich selbst nicht vergessen! Nur so kannst du neue Kraft tanken.