Interview mit Trevi Teil 2: Chancen für Frauen in Bali

In Canggu, einer Stadt im Südwesten von Bali, durfte Yamuna der jungen Frau namens Trevi ein paar Fragen stellen. Die beiden haben wirklich über so viele Themen gequatscht, daher haben wir 3 Blogbeiträge dazu verfasst. Dies ist der zweite Teil, in dem die beiden über die Chancen der Frauen in Bali gesprochen haben.

Wie kam Trevi zu diesem Job?

In Bali geht viel über Bekannte und Vitamin B. Selten gibt es eine offiziell ausgeschriebene Stelle zu einem bestimmten Job. Zeugnisse und Zertifikate sind für viele Jobs nicht relevant. Was zählt ist die tatsächliche Leistung und wie man sich beim Probearbeiten anstellt. Man muss sich beweisen.

Vor ihrer Tätigkeit in der Schmuckproduktion hatte sie einen Bürojob. Dies wollten ihre Eltern so, sie wollten eben „nur das Beste“. Trevi sollte etwas „anständiges“ studieren und eines Tages für die Regierung oder das Konsulat arbeiten, denn das ist in Bali der angesehenste Beruf und man verdient „gutes Geld“.

Trevi hat aber schon immer ihre kreative Seite ausgelebt und ihre Leidenschaft waren schöne Dinge im Bereich Mode/Fashion/Design, vor allem schöne Schmuckstücke.

Aber sie wusste auch, dass sie dann raus aus Bali musste, weil Bali nicht gerade die Modemetropole ist. Und das hätten ihre Eltern erst recht nicht verstanden bzw. sich auch nicht leisten können.

Daher hat sie den Wunsch etwas in dieser Richtung zu studieren, aufgegeben und ist erstmal den Wunsch ihrer Eltern nachgekommen. Schmuck hat sie nebenbei selbst hergestellt und damit versucht sich durch den Verkauf auf kleinen Märkten ein zweites Standbein aufzubauen. „This is my passion, I love jewelry.“

Vor einiger Zeit hat sich dann der Job in der kleinen Schmuckproduktion ergeben und seit dem akzeptieren auch ihre Eltern ihre Leidenschaft und ihren neuen Job. Das ist Trevi wirklich sehr wichtig, denn sie möchte nie ihre Eltern enttäuschen, sagt sie.

Chancen für Frauen!?

Die Mitarbeiterinnen haben keine Ausbildung. Trevi findet es daher super, dass diese Frauen in der Produktion einen Job erhalten und ihnen Arbeit gibt, um ihnen ein Stück finanzielle Unabhängigkeit zu geben bzw. sie zu unterstützen.

Einige der Frauen sind alleinstehend oder geschieden. Dies ist in Bali noch ein sehr großes Tabuthema, viele Frauen werden aufgrund dessen aus der Gesellschaft gestoßen. Die Frauen sind happy und dankbar, sie haben Spaß auf der Arbeit. Und das merken wir auch immer wieder, wenn wir die Produktion besuchen.

Chancengleichheit für Frauen in Bali? Das kommt immer auf die Region an. Aber in den meisten Köpfen steckt noch immer der traditionelle Gedanke, dass die Frau keine Schulbildung, geschweige denn Ziele, Träume oder sogar Selbstverwirklichung „braucht“.

Wir haben auch darüber gesprochen, dass es beim Thema Gleichberechtigung selbst in Deutschland noch viel zu tun gibt.

HIER geht's direkt zur Fortsetzung (Teil 3) des Interviews.